Gesunde360 Grad by Nina Kock

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Floating - Entspannung für Faszien, Geist & Seele

Floating - Was ist das?

Für alle, die gefragt haben oder sich dafür interessieren, was Floaten eigentlich ist, haben wir die wesentlichen Punkte einmal zusammen gefasst.

Beim Floaten ist das Wasser mit einer 26%-igen Salzlösung vermengt. Das Wasser und die Luft haben eine Temperatur von 32°C, dies entspricht der Temperatur unserer Hautoberfläche. So können die Nerven in der Hautoberfläche keinen Unterschied der Temperatur wahrnehmen. Wir nehmen die umgebene Temperatur nicht als kalt oder warm wahr.

Unser Körper ist optimal temperiert und muss keine Energie verbrauchen, den Körper auf die ideale Temperatur einzustellen.

Floating - Meine Erfahrung

Ich (Nina) habe die Erfahrung des schwerelosen "Fliegens im Wasser" schon früher einmal im Rahmen meiner Physiotherapeuten-Ausbildung gemacht. Hier war es so, dass ich von einer anderen Person getragen und durch sehr warmes Wasser bewegt wurde. Das war total tiefentspannt. Das Wasser war richtig warm, jedoch der Salzgehalt nicht vorhanden, weshalb eine andere Person notwendig ist.

Anders ist es beim Floaten in einem Salzbecken. Floaten ging bei uns 60 Minuten. Ich hatte zunächst nachgehakt, wie es wäre, wenn man früher heraus möchte. Die Mitarbeiterin von dem Floating-Unternehmen sagte zu Recht, es geht darum, sich auf das Floaten einzulassen und 95% der Menschen würden glücklich herauskommen.

So war es tatsächlich auch! Die Zeit war genau richtig. Wir konnten in eine tiefe Entspannung kommen. Die Schwerelosigkeit hat uns tatsächlich in eine tiefe Entspannung - geistig , mental und körperlich gebracht.

Beim Floaten muss nichts gehalten & getragen werden. Es ist wie ein Fliegen unter Wasser. Die meiste Zeit befand ich mich in Rückenlage, mal in Bauchlage. Das Bewegen im Wasser hat auch Spaß gebracht - ich hab mich wirklich gefühlt - als wenn ich im Wasser fliegen kann.

Floating - Was ist zu beachten?

Eine Mitarbeiterin gab uns eine Einweisung und wir haben uns einen Bogen zur Anwendung durchgelesen. Vor dem Floaten wird geduscht und dann geht man unbekleidet in das Becken. Es gibt unterschiedliche Knöpfe für die Lautstärke der Klänge im Hintergrund, die Farben des Lichtes können auch angepasst werden.

Man sollte sich 24 Stunden vor dem Floaten nicht rasieren, da bei kleinen Wunden, Schmerzen wegen dem Salzgehalt entstehen können. Falls doch kleine Wunden vorhanden sind, gibt es vor Ort Vaseline zum Eincremen.

Die Empfehlung ist, dass man während des Floatens, vorhandene Ohrstöpsel trägt. Möchte man dies nicht machen, sollte man im Anschluss die Ohren wegen des Salzgehaltes gründlich ausspülen.

Nach dem Floaten gilt abduschen. Es gibt eine separate Styling-Ecke inkl. Fön außerhalb des Raumes.

Alle Utensilien inkl. Latschen und Handtücher befinden sich vor Ort. Man muss tatsächlich nichts mitbringen.

Floating - Wirkung für Deinen Körper

Floaten führt auf körperlicher Ebene:

  • zur Entspannung der Muskulatur

  • Linderung von Schmerzen

  • Entlastung von Bandscheiben und Gelenken

  • Senkung von Blutdruck & Puls

  • Erweiterung der Blut- und Kapillargefäße —> dadurch Versorgung mit mehr Sauerstoff und Nährstoffen der Zellen und besserer Abtransport von Schlackestoffen und Kohlenstoffdioxid

  • Steigerung der Immunabwehr - positiver Einfluss auf die Haut und lindernde Wirkung bei Hauterkrankungen (Neurodermitis, Akne, Schuppenflechte, etc.) - Linderung von Beschwerden bei Rheuma

  • Linderung von Jetlag-Symptomen

Floating & Die Mentale Wirkung

Durch die Endorphinausschüttung kommt es zu positiven Gefühlen, Stress wird reduziert und eine höhere Stressresistenz aufgebaut.

  • Schlaf wird verbessert

  • Synchronisierung der Gehirnhälften

  • Aktivierung von Kreativität

  • Steigerung von Konzentration

  • Ausgleich umweltbedingter Reizüberflutung

  • Positive Auswirkungen bei Depressionen und Ängsten

  • Verstärkung von Meditation &

  • Superlearning (schnelles und effektives Lernen in angenehmer Atmosphäre)

Floating - Die Historie

Mitte der 50er Jahre entwickelte der US-amerikanische Neurophysiologe John Cunningham Lilly Isolationstanks, die man heute Floating-Tanks nennt. Dr. Lilly fokussierte sich auf die Aktivität von großen Gehirnen (Menschen, Affen und Delfinen) und wurde zum Pionier der Hirnforschung, da er elektrische Impulse von Gehirnen anhand dem schmerzfreien Einsetzen von Elektroden bei Affen am Bildschirm darstellbar machen konnte.

Die Entwicklung des Floating-Tanks

Dr. Lilly distanzierte sich jedoch von der Arbeit an Versuchstieren und fokussierte sich mehr und mehr auf die Themen:

1. Lichteinwirkungen auf das Auge

2. Klangeinwirkungen auf das Ohr

3. Berührung, Druck und Temperatureinwirkung auf die Haut

Um eine reizarme Umgebung zu schaffen und wenig Impulse an das Nervensystem zu senden, entwickelte er schließlich Floating-Tanks am National Institute for Mental Health (NIMH).

Ziel war es, ein horizontales Schweben durch die im Wasser befindliche Salzlösung zu erzeugen, um diverse Stimuli auszuschließen und die Muskulatur in eine Tiefenentspannung zu bringen. Nicht nur die Muskulatur, auch die Faszien müssen weniger Haltearbeit durchführen. Es ist einfach ein Gefühl des Loslassens, teils ein Trance-Zustand. Einige Personen schlafen sogar während des Floatens.

Floating: Aktivierung der Hirnareale durch Reizentzug

Zunächst dachte man noch, dass die Gehirnaktivität durch wenig Reize herunterfährt und sogar zum Schwinden von Gehirnzellen führt. Dies widerlegte Dr. Lilly durch diverse Studien und fand heraus, dass gewisse Gehirnareale durch Entzug von Reizen sogar aktiviert werden und die Kreativität gesteigert wird.

Dr. Lilly verabschiedete sich schließlich von dem NIMH, da die US-Regierung hier Auftraggeber war und Interesse an den Isolationstanks hatte, da sie die Tanks für manipulative Zwecke im Rahmen des Koreakrieges einsetzen wollten. Das konnte er moralisch nicht unterstützen.

Dr. Lilly war finanziell unabhängig, eröffnete sein eigenes Institut, veröffentliche acht Bücher und verbreitete die wohltuende Wirkung der Floating-Tanks in der ganzen Welt. Er setzte sich für einen Umgang ohne Waffen, Kriege, Tierversuche und Umweltzerstörung ein. Er konzentrierte sich schließlich vermehrt auf die Verhaltensweise von Delfinen und zog sich auf die Insel Hawaii zurück, wo er dann später starb (1915 - 2001).

Floaten - Mein Fazit

Ich hatte zweitweise das Gefühl, dass ich in eine Art Trance komme. Meine Muskulatur und Faszien konnten sehr gut entspannen.

Für Zeit hatte ich kein Gefühl mehr - im positiven Sinn. Im Alltag habe ich oft das Gefühl, dass die Zeit einfach nur rennt. Hier war es ganz anders, ich hatte eher das Gefühl, ich hätte alle Zeit der Welt und habe mir wenig Gedanken über die Zeit selbst gemacht, eher diese Zeit genossen.

Es war wie in eine Art Tiefenmeditation, das Gefühl, im Hier & Jetzt zu sein, wonach viele von uns sich in der schnelllebigen, häufig stressigen Zeit, streben. Somit konnten Geist und Seele ruhen.

Sicher ist das Floaten keine Sache, die man jede Woche macht, da es natürlich seinen Preis hat. Wir haben für das Paarfloaten 109 € bezahlt.

Aber ich denke schon, dass man sich dies ab und an mal gönnen kann. Es geht ja schließlich um die Entspannung und unsere Gesundheit.

Da sind viele von uns - meiner Meinung nach - häufig immer noch zu zögerlich mit ihrem Portmonee - im Gegensatz zu diversen Dingen, wie Kleidung, Möbel oder andere Gegenstände. Also, falls ihr es noch nicht ausprobiert habt, macht es ;)

Happy Floating!

Quellen: float.de, floatworks.com, wikipedia.org